Die Erde ist als Folge der Klimaveränderungen in den vergangenen
20 Jahren immer grüner geworden. Zu dieser Schlussfolgerung kommt
eine jetzt veröffentlichte gemeinsame Studie der US-Raumfahrtbehörde
Nasa und des US-Energieministeriums. Die Produktion an organischer
Substanz durch die Pflanzen sei von 1982 bis 1999 um sechs Prozent
gestiegen. Der Großteil des Zuwachses sei auf die tropischen
Regionen und die äußersten nördlichen Breiten der Erde verteilt.
Allein 42 Prozent entfallen laut Studie auf das Amazonasgebiet.
Dort, wo Licht ein limitierender Faktor für das Pflanzenwachstum
sei, gebe es nun weniger Wolken. In kalten weit nördlich liegenden
Gebieten sei es wärmer geworden, so dass die Pflanzen dort besser
wachsen könnten. Ähnliche Daten zu den nördlichen Breiten hatte die
Nasa bereits 2001 veröffentlicht. Einer der Mitautoren der Studie,
Charles Keeling vom Scripps-Institut in La Jolla (Kalifornien),
verwies darauf, dass es völlig offen sei, ob das schnelle Wachstum
das Ergebnis kurzfristiger Wetterzyklen oder einer langfristigen
Klimaveränderung ist. Ramakrishna Nemani von der Universität Montana
erklärte dagegen, "unsere Studie sieht Klimaveränderungen als die
Hauptursache für den Anstieg des Pflanzenwachstums in den zwei
Jahrzehnten". In diesem Zeitraum gab es drei Mal Einflüsse durch El
Niño, eine Veränderung der tropischen Bewölkung und des Monsunregens
sowie eine Zunahme des Kohlendioxids in der Atmosphäre um 9,3
Prozent.