| Der Großteil des Zuwachses sei
auf die tropischen Regionen und die äußersten
nördlichen Breiten der Erde verteilt. Allein 42
Prozent entfallen laut Studie auf das
Amazonasgebiet. Dort, wo Licht ein limitierender
Faktor für das Pflanzenwachstum sei, gebe es nun
weniger Wolken. In kalten weit nördlich
liegenden Gebieten sei es wärmer geworden, so
dass die Pflanzen dort besser wachsten könnten.
Ähnliche Daten zu den nördlichen Breiten hatte
die NASA bereits im September 2001
veröffentlicht.
Einer der Mitautoren
der Studie, Charles Keeling vom Scripps-
Institut in La Jolla (Kalifornien), verwies
darauf, dass es völlig offen sei, ob das
schnelle Wachstum das Ergebnis kurzfristiger
Wetterzyklen oder einer langfristigen
Klimaveränderung ist.
Ramakrishna Nemani
von der Universität Montana in Missoula erklärte
dagegen, «unsere Studie sieht Klimaveränderungen
als die Hauptursache für den Anstieg des
Pflanzenwachstums in den vergangenen zwei
Jahrzehnten». Im untersuchten Zeitraum gab es
drei Mal Einflüsse durch El Niño, eine
Veränderung der tropischen Bewölkung und des
Monsunregens sowie eine Zunahme des
Kohlendioxids in der Atmosphäre um 9,3 Prozent.
Das Pflanzenwachstum
sei zudem nur ein Aspekt der komplexen Reaktion
der Erde auf den Klimawandel, betonen die
Autoren im US- Fachjournal «Science» (Bd. 300,
S. 1560) vom Freitag.
Eine im Jahr 2002
veröffentlichte Studie zeigte, dass aus den
Flüssen und Überschwemmungsgebieten des
Amazonasbeckens große Mengen Kohlendioxid in die
Atmosphäre gelangen. Ein erheblicher Teil des
Gases wurde demnach ursprünglich von den
Pflanzen an Land gebunden und gelangte dann mit
den Pflanzenresten ins Wasser, wo es wieder
freigesetzt wurde («Nature», Bd. 416, S. 617).
Mitteilung des
Goddard Space Flight Center: http://www.gsfc.nasa.gov/topstory/2003/0530earthgreen.html
( Wissenschaft,
06.06.2003 )
|